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Krisen sind Chancen- Innehalten-Sortieren

Loslassen von dem, was nicht wichtig ist- neugestalten von dem, was uns wirklich wichtig ist

In den letzten Jahren haben wir in der Pädagogik und Psychologie sehr viel zum Thema Resilienz, wie wir sie definieren, entwickeln, fördern und erhalten können entwickelt.

Insbesondere dazu, wie man mit Krisensituationen umgehen kann und nicht an Ihnen verzweifelt.

Im KTA- Bereich nannten wir es auch:

hinfallen- aufstehen-Krönchen richten-weitergehen!

Nun ist sie da- die Krönung der Krise- Corona.

Zum Nachdenken lädt folgender Text ein, der mir sehr gut gefällt:

Die Welt nach Corona

Matthias Horx

Die Corona-Rückwärts-Prognose: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise „vorbei“ ist.

Ich werde derzeit oft gefragt, wann Corona denn „vorbei sein wird” und alles wieder zur Normalität zurückkehrt. Meine Antwort: Niemals. Es gibt historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert. Wir nennen sie Bifurkationen. Oder Tiefenkrisen. Diese Zeiten sind jetzt.

Die Welt  as we know it  löst sich gerade auf. Aber dahinter fügt sich eine neue Welt zusammen, deren Formung wir zumindest erahnen können. Dafür möchte ich Ihnen eine Übung anbieten, mit der wir in Visionsprozessen bei Unternehmen gute Erfahrungen gemacht haben. Wir nennen sie die  RE-Gnose . Im Gegensatz zur PRO-Gnose schauen wir mit dieser Technik nicht »in die Zukunft«. Sondern von der Zukunft aus ZURÜCK ins Heute. Klingt verrückt? Versuchen wir es einmal:

Die Re-Gnose: Unsere Welt im Herbst 2020

Stellen wir uns eine Situation im Herbst vor, sagen wir im September 2020. Wir sitzen in einem Straßencafé in einer Großstadt. Es ist warm, und auf der Strasse bewegen sich wieder Menschen.

Bewegen sie sich anders? Ist alles so wie früher? Schmeckt der Wein, der Cocktail, der Kaffee, wieder wie früher? Wie damals vor Corona? Oder sogar besser? Worüber werden wir uns rückblickend wundern?

Wir werden uns wundern,  dass die sozialen  Verzichte , die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung führten. Im Gegenteil. Nach einer ersten Schockstarre führten viele von sich sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikanälen plötzlich zu einem Halt kam. Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeitsräume eröffnen. Das hat schon mancher erlebt, der zum Beispiel Intervallfasten probierte – und dem plötzlich das Essen wieder schmeckte. Paradoxerweise erzeugte die körperliche Distanz, die der Virus erzwang, gleichzeitig neue Nähe. Wir haben Menschen kennengelernt, die wir sonst nie kennengelernt hätten. Wir haben alte Freunde wieder häufiger kontaktiert, Bindungen verstärkt, die lose und locker geworden waren. Familien, Nachbarn,

Freunde, sind näher gerückt und haben bisweilen sogar verborgene Konflikte gelöst.

Die gesellschaftliche Höflichkeit, die wir vorher zunehmend vermissten, stieg an.

Jetzt im Herbst 2020 herrscht bei Fussballspielen eine ganz andere Stimmung als im Frühjahr, als es jede Menge Massen-Wut-Pöbeleien gab. Wir wundern uns, warum das so ist.

Wir werden uns wundern,  wie schnell sich plötzlich Kulturtechniken des Digitalen in der Praxis bewährten. Tele- und Videokonferenzen, gegen die sich die meisten Kollegen immer gewehrt hatten (der Business- Flieger war besser) stellten sich als durchaus praktikabel und produktiv heraus. Lehrer lernten eine Menge über Internet-Teaching. Das Homeoffice wurde für Viele zu einer Selbstverständlichkeit – einschließlich des Improvisierens und Zeit-Jonglierens, das damit verbunden ist.

Gleichzeitig erlebten scheinbar veraltete Kulturtechniken eine Renaissance. Plötzlich erwischte man nicht nur den Anrufbeantworter, wenn man anrief, sondern real vorhandene Menschen. Das Virus brachte eine neue Kultur des Langtelefonieren ohne Second Screen hervor. Auch die »messages« selbst bekamen plötzlich eine neue Bedeutung.  Man kommunizierte wieder wirklich. Man ließ niemanden mehr zappeln. Man hielt niemanden mehr hin. So entstand eine neue Kultur der Erreichbarkeit. Der  Verbindlichkeit .

Menschen, die vor lauter Hektik nie zur Ruhe kamen, auch  junge  Menschen, machten plötzlich ausgiebige Spaziergänge (ein Wort, das vorher eher ein Fremdwort war). Bücher lesen wurde plötzlich zum Kult.

Reality Shows wirkten plötzlich grottenpeinlich. Der ganze Trivia-Trash, der unendliche Seelenmüll, der durch alle Kanäle strömte. Nein, er verschwand nicht völlig. Aber er verlor rasend an Wert. Kann sich jemand noch an den Political-Correctness-Streit erinnern? Die unendlich vielen Kulturkriege um … ja um was ging da eigentlich?

Krisen wirken vor allem dadurch, dass sie alte Phänomene auflösen, über-flüssig machen…

Zynismus, diese lässige Art, sich die Welt durch Abwertung vom Leibe zu halten, war plötzlich reichlich out. Die Übertreibungs-Angst-Hysterie in den Medien hielt sich, nach einem kurzen ersten Ausbruch, in Grenzen.

Nebenbei erreichte auch die unendliche Flut grausamster Krimi-Serien ihren Tipping Point.

Wir werden uns wundern,  dass schließlich doch schon im Sommer Medikamente gefunden wurden, die die Überlebensrate erhöhten. Dadurch wurden die Todesraten gesenkt und Corona wurde zu einem Virus, mit dem wir eben umgehen müssen – ähnlich wie die Grippe und die vielen anderen Krankheiten. Medizinischer Fortschritt half. Aber wir haben auch erfahren: Nicht so sehr die Technik, sondern die Veränderung sozialer Verhaltensformen war das Entscheidende. Dass Menschen trotz radikaler Einschränkungen solidarisch und konstruktiv bleiben konnten, gab den Ausschlag. Die human-soziale Intelligenz hat geholfen. Die vielgepriesene Künstliche Intelligenz, die ja bekanntlich  alles  lösen kann, hat dagegen in Sachen Corona nur begrenzt gewirkt.

Damit hat sich das Verhältnis zwischen Technologie und Kultur verschoben. Vor der Krise schien Technologie das Allheilmittel, Träger aller Utopien. Kein Mensch – oder nur noch wenige Hartgesottene – glauben heute noch an die große digitale Erlösung. Der große Technik- Hype ist vorbei. Wir richten unsere Aufmerksamkeiten wieder mehr auf die  humanen  Fragen: Was ist der Mensch? Was sind wir füreinander?

Wir staunen rückwärts,  wieviel Humor und Mitmenschlichkeit in den Tagen des Virus tatsächlich entstanden ist.

Wir werden uns wundern, wie weit die Ökonomie schrumpfen konnte, ohne dass so etwas wie »Zusammenbruch« tatsächlich passierte, der vorher bei jeder noch so kleinen Steuererhöhung und jedem staatlichen Eingriff beschworen wurde. Obwohl es einen »schwarzen April« gab, einen tiefen Konjunktureinbruch und einen Börseneinbruch von 50 Prozent, obwohl viele Unternehmen pleitegingen, schrumpften oder in etwas völlig anderes mutierten, kam es nie zum Nullpunkt. Als wäre Wirtschaft ein atmendes Wesen, das auch dösen oder schlafen und sogar träumen kann.

Heute im Herbst, gibt es wieder eine Weltwirtschaft. Aber die Globale Just-in-Time-Produktion, mit riesigen verzweigten Wertschöpfungsketten, bei denen Millionen Einzelteile über den Planeten gekarrt werden, hat sich überlebt. Sie wird gerade demontiert und neu konfiguriert. Überall in den Produktionen und Service- Einrichtungen wachsen wieder Zwischenlager, Depots, Reserven. Ortsnahe Produktionen boomen, Netzwerke werden lokalisiert, das Handwerk erlebt eine Renaissance. Das Global-System driftet in Richtung GloKALisierung: Lokalisierung des Globalen.

Wir werden uns wundern,  dass sogar die Vermögensverluste durch den Börseneinbruch nicht so schmerzen, wie es sich am Anfang anfühlte. In der neuen Welt spielt Vermögen plötzlich nicht mehr die entscheidende Rolle. Wichtiger sind gute Nachbarn und ein blühender Gemüsegarten.

Könnte es sein, dass das Virus unser Leben in eine Richtung geändert hat, in die es sich sowieso verändern wollte?

RE-Gnose: Gegenwartsbewältigung durch Zukunfts-Sprung

Warum wirkt diese Art der »Von-Vorne-Szenarios« so irritierend anders als eine klassische Prognose? Das hängt mit den spezifischen Eigenschaften unseres Zukunfts-Sinns zusammen. Wenn wir »in die Zukunft« schauen, sehen wir ja meistens nur die Gefahren und  Probleme  »auf uns zukommen«, die sich zu unüberwindbaren Barrieren türmen. Wie eine Lokomotive aus dem Tunnel, die uns überfährt. Diese Angst-Barriere trennt uns von der Zukunft. Deshalb sind Horror-Zukünfte immer am Einfachsten darzustellen.

Re-Gnosen bilden hingegen eine Erkenntnis-Schleife, in der wir uns selbst, unseren  inneren Wandel , in die Zukunftsrechnung einbeziehen. Wir setzen uns innerlich mit der Zukunft in Verbindung, und dadurch entsteht eine Brücke zwischen Heute und Morgen. Es entsteht ein »Future Mind« – Zukunfts-Bewusstheit.

Wenn man das richtig macht, entsteht so etwas wie Zukunfts-Intelligenz. Wir sind in der Lage, nicht nur die äußeren »Events«, sondern auch die inneren Adaptionen, mit denen wir auf eine veränderte Welt reagieren, zu antizipieren.

Das fühlt sich schon ganz anders an als eine Prognose, die in ihrem apodiktischen Charakter immer etwas Totes, Steriles hat. Wir verlassen die Angststarre und geraten wieder in die Lebendigkeit, die zu jeder wahren Zukunft gehört.

Wir alle kennen das Gefühl der geglückten Angstüberwindung. Wenn wir für eine Behandlung zum Zahnarzt gehen, sind wir schon lange vorher besorgt. Wir verlieren auf dem Zahnarztstuhl die Kontrolle und das schmerzt, bevor es überhaupt wehtut. In der Antizipation dieses Gefühls steigern wir uns in Ängste hinein, die uns völlig überwältigen können. Wenn wir dann allerdings die Prozedur überstanden haben, kommt es zum  Coping-Gefühl : Die Welt wirkt wieder jung und frisch und wir sind plötzlich voller Tatendrang. Coping heißt: bewältigen. Neurobiologisch wird dabei das Angst- Adrenalin durch Dopamin ersetzt, eine Art körpereigener Zukunfts- Droge. Während uns Adrenalin zu Flucht oder Kampf anleitet (was auf dem Zahnarztstuhl nicht so richtig produktiv ist, ebenso wenig wie beim Kampf gegen Corona), öffnet Dopamin unsere Hirnsynapsen: Wir sind gespannt auf das Kommende, neugierig, vorausschauend. Wenn wir einen gesunden Dopamin-Spiegel haben, schmieden wir Pläne, haben Visionen, die uns in die vorausschauende Handlung bringen.

Erstaunlicherweise machen viele in der Corona-Krise genau diese Erfahrung. Aus einem massiven Kontrollverlust wird plötzlich ein regelrechter Rausch des Positiven. Nach einer Zeit der Fassungslosigkeit und Angst entsteht eine innere Kraft. Die Welt »endet«, aber in der Erfahrung, dass wir immer noch da sind, entsteht eine Art Neu-Sein im Inneren.

Mitten im Shut-Down der Zivilisation laufen wir durch Wälder oder Parks, oder über fast leere Plätze. Aber das ist keine Apokalypse, sondern ein Neuanfang.

So erweist sich: Wandel beginnt als verändertes Muster von Erwartungen, von Wahr-Nehmungen und Welt-Verbindungen. Dabei ist es manchmal gerade der Bruch mit den Routinen, dem Gewohnten, der unseren Zukunfts-Sinn wieder freisetzt. Die Vorstellung und Gewissheit, dass alles ganz anders sein könnte – auch im Besseren.

Vielleicht werden wir uns sogar wundern, dass Trump im November abgewählt wird. Die AFD zeigt ernsthafte Zerfransens-

Erscheinungen, weil eine bösartige, spaltende Politik nicht zu einer Corona-Welt passt. In der Corona-Krise wurde deutlich, dass diejenigen, die Menschen gegeneinander aufhetzen wollen, zu echten Zukunftsfragen nichts beizutragen haben. Wenn es ernst wird, wird das Destruktive deutlich, das im Populismus wohnt.

Politik in ihrem Ur-Sinne als Formung gesellschaftlicher Verantwortlichkeiten bekam dieser Krise eine neue Glaubwürdigkeit, eine neue Legitimität. Gerade weil sie »autoritär« handeln musste, schuf Politik Vertrauen ins Gesellschaftliche. Auch die Wissenschaft hat in der Bewährungskrise eine erstaunliche Renaissance erlebt. Virologen und Epidemiologen wurden zu Medienstars, aber auch »futuristische« Philosophen, Soziologen, Psychologen, Anthropologen, die vorher eher am Rande der polarisierten Debatten standen, bekamen wieder Stimme und Gewicht.

Fake News hingegen verloren rapide an Marktwert. Auch Verschwörungstheorien wirkten plötzlich wie Ladenhüter, obwohl sie wie saures Bier angeboten wurden.

Ein Virus als Evolutionsbeschleuniger

Tiefe Krisen weisen obendrein auf ein weiteres Grundprinzip des Wandels hin: Die Trend-Gegentrend-Synthese.

Die neue Welt nach Corona – oder besser mit Corona – entsteht aus der Disruption des Megatrends  Konnektivität . Politisch-ökonomisch wird dieses Phänomen auch »Globalisierung« genannt. Die Unterbrechung der Konnektivität – durch Grenzschließungen, Separationen, Abschottungen, Quarantänen – führt aber nicht zu einem  Abschaffen  der Verbindungen. Sondern zu einer Neuorganisation der Konnektome, die unsere Welt zusammenhalten und in die Zukunft tragen. Es kommt zu einem  Phasensprung der sozio- ökonomischen Systeme .

Die kommende Welt wird Distanz wieder schätzen – und gerade dadurch Verbundenheit qualitativer gestalten. Autonomie und Abhängigkeit, Öffnung und Schließung, werden neu ausbalanciert. Dadurch kann die Welt komplexer, zugleich aber auch stabiler werden. Diese Umformung ist weitgehend ein blinder evolutionärer Prozess – weil das eine scheitert, setzt sich das Neue, überlebensfähig, durch. Das macht einen zunächst

schwindelig, aber dann erweist es seinen inneren Sinn: Zukunftsfähig ist das, was die Paradoxien auf einer neuen Ebene verbindet.

Dieser Prozess der Komplexierung – nicht zu verwechseln mit Komplizierung – kann aber auch von Menschen bewusst gestaltet werden. Diejenigen, die das können, die die Sprache der kommenden Komplexität sprechen, werden die Führer von Morgen sein. Die werdenden Hoffnungsträger. Die kommenden Gretas.

„Wir werden durch Corona unsere gesamte Einstellung gegenüber dem Leben anpassen – im Sinne unserer Existenz als Lebewesen inmitten anderer Lebensformen.”

Slavo Zizek im Höhepunkt der Coronakrise Mitte März

Jede Tiefenkrise hinterlässt eine Story,  ein Narrativ, das weit in die Zukunft weist. Eine der stärksten Visionen, die das Coronavirus hinterlässt, sind die musizierenden Italiener auf den Balkonen. Die zweite Vision senden uns die Satellitenbilder, die plötzlich die Industriegebiete Chinas und Italiens frei von Smog zeigen. 2020 wird der CO&sub2;-Ausstoss der Menschheit zum ersten Mal fallen. Diese Tatsache wird etwas mit uns machen.

Wenn das Virus so etwas kann – können wir das womöglich auch? Vielleicht war der Virus nur ein Sendbote aus der Zukunft. Seine drastische Botschaft lautet: Die menschliche Zivilisation ist zu dicht, zu schnell, zu überhitzt geworden. Sie rast zu sehr in eine bestimmte Richtung, in der es keine Zukunft gibt.

Aber sie kann sich neu erfinden.

System reset.
Cool down!
Musik auf den Balkonen!

So geht Zukunft.

Hinweis: Dieser Text ist frei abdruckbar mit dem Hinweis: www.horx.com und www.zukunftsinstitut.de.

Shiatsu – Tantra – Systemik – Yin und Yang

Absichtslose Achtsamkeit in  Systemik, Tantra, Tanz und Shiatsu

Im Fluss sein, bewegt sein, Da sein –

es bleibt nichts ohne Einfluss auf das Andere, ein System balanciert sich.

Wir sind immer fliessen –

Wie stellen wir Blockaden her?

Durch „machen“, „tun“, welches nicht im Tao fliesst, sondern das Ergebnis von wünschen wollen, sichern, manipulieren ist.

Wir unterbrechen den Fluss, weil wir das für richtig halten – Werte, Ängste spielen dabei die größte Rolle.

Wir tun dies nicht etwa, weil wir uns oder anderen schaden wollen, sondern meist in bestgemeinter Absicht.

Wir identifizieren uns auch mit unserer gut gemeinten Absicht, unseren Werten, und was uns oft verborgen bleibt, sind die Ängste.

Angst zu kurz zu kommen, Angst die Kontrolle zu verlieren, nicht das zu bekommen, was man will,  Angst wertlos zu sein.

Yin und Yang bedeuten ein Lebensprinzip, eine Gesetzmässigkeit, die A l l e m inne wohnt.

Einfach so, ohne, dass wir etwas dafür tun müssten.

Dabei beschreiben diese Qualitäten sehr viel mehr als „weiblich“ oder männlich, es geht viel mehr um Gegensatzpaare, die einander bedingen und das „weibliche“ oder „männliche“ Prinzip genannt werden im Sinne von“ Fülle „bzw. „Leere“ Qualitäten.

einige Beschreibungsbeispiele aus: Rappenecker: fünf Elemente, 12 Meridiane:

Yin

das weibliche Prinzip, Nacht, Winter, dunkel, kalt, Kälte, Wasser, feucht, unten, innen, tief, Kräfte, die nach innen, unten gehen, leise,langsam, schwach, Leere, Mangel, Ruhe, trüb, Blut, Materie, Körper, das Sichtbare, Unterkörper, Beine, Körpervorderseite, Innenseiten der Arme und Beine. Körperinneres…

Yang

das männliche Prinzip, Tag, Sommer, hell, warm, Hitze, Feuer, trocken, oben, außen, oberflächlich, Kräfte, die nach außen und oben gehen, laut, schnell, stark, Fülle, Überfluß, Bewegung, Aktivität, klar, Energie ( Ki, Qi), Bewußtsein, Geist, Idee, das Unsichtbare, Oberkörper, Kopf, Rücken, Außenseiten des Körpers..

 

Wie man beim Lesen feststellen kann, sind also die Beschreibungen nicht als typisch weiblich und typisch männlich zu  verstehen, da wir Vieles in uns von Yin als auch von Yang Zuständen und Eigenschaften erkennen können. Es geht um  Qualitäten in jedem Menschen, in allem, was wir im Leben kennen.

Jedes, Jede, Jeder wird von diesem Lebensprinzip durchdrungen.

Wir können nur durch Blockaden Unterbrechungen bewirken – allerdings mit großen Auswirkungen.

Auswirkungen im eigenen Körper, Auswirkungen auf unsere Umwelt, Auswirkungen auf das gesamte Weltgefüge.

Beispiel aus der Paartherapie :

Ein Mann hat keinen Zugang zu seiner Yin-Seite – kann seine damit verbundenen Anteile nicht leiden – oder/und sie werden gesellschaftlich nicht angesehen – und wird sie im Inneren und ebenso durch äußere Taten bekämpfen.

(Offener oder versteckter despektierlicher  Umgang mit der anderen Sorte Mensch, den Frauen – im Mittelalter bis hin zur Hexenverbrennung)

Ein Yang-lastiger Mann zieht eine Yin-lastige Frau an.

Eine Frau, die ihre Yang Seite nicht zulässt, nicht leben kann/darf, da sie kulturell oder familiär bei ihr nicht gefördert und anerkannt wird, sucht und akzeptiert den oben beschriebenen dysbalancierten Mann.

Im Verborgenen lebt sie dennoch ihren Groll auf das Männliche; übt in manipulierender und auf subtile Weise Macht über einen solchen Mann und ihre Umwelt aus.

Dies kann sich auch anders herum manifestieren in Frauen, die ihre Yin-Seite verachten und einen Mann an ihrer Seite dominieren, der Angst vor seiner Yang-Seite hat.

Man könnte auch psychodynamisch beobachten und kommt zu denselben beschreibbaren Phänomenen:

ein Mann, der sich seit Kindheit und Jugend offen oder unbewusst geschworen hat- so wie mein ( despotischer, …)Vater möchte ich auf keinen Fall werden-findet schwer Zugang zu seiner kraftvollen Seite- trifft auf eine Frau………

Eine Balance an dieser Stelle könnte bedeuten,

dass sich eine Frau beim Tanzen tatsächlich führen lassen könnte, da sie sich ihres Yangs sicher und bewusst ist, und von einem Mann geführt wird, der sie nicht wie eine Puppe, seine Macht aussspielend, durch die Gegend schiebt und zerrt.

Ein Mann, der sich seiner Yin-Seite nicht schämt, kann einfühlsam und klar sowie kraftvoll führen, voller Hingabe an die Frau.

Ein schöner Tanz –

es ensteht ein Fliessen von Yin und Yang – kein Macht-oder Geschlechter-Kampf – keiner muss sich behaupten.

Es entsteht kein oben und unten, kein Unterordnen, Emanzipationsstreben oder Muskelspiel.

Es entsteht ein Führen und Folgen, das im Fluss ist.

Er geht so auf die Partnerin ein, sie lässt sich so auf den Partner ein, dass nur noch Tanzen übrig bleibt.

Kein Ich, keine Frau, kein Mann – nur Dasein – Tanzen – Bewegen – Fliessen.

Reines Pulsieren und Daseinsfreude kann passieren.

Wir sehnen uns instinktiv nach diesem Zustand, haben aber vor nichts mehr Angst als vor genau diesem Zustand.

Manchmal muss man eben etwas mit Angst tun oder lassen, Hauptsache man tut bzw. lässt es.

könnte bedeuten…

könnte bedeuten, dass wir uns die Zeit nehmen hineinzuspüren, was das Baby, unser Kind tatsächlich braucht.

könnte bedeuten… Mensch sein – Zulassen von Dasein im Jetzt – in Frieden und Liebe fliessen

 

Buchtipps:

Riane Eisler: Schwert und Kelch; unsere Geschichte, unserer Zukunft

weibliches und männliches Prinzip in der Geschichte

“ Weder Gott noch die Biologie haben uns dazu bestimmt, einen Krieg nach dem anderen zu führen und uns im permanenten“ Kampf der Geschlechter“ zu zermürben.

„Wollen wir die von ökologischen und atomaren Katastrophen bedrohte Erde nicht gänzlich der Vernichtung preisgeben, müssen wir auf den Weg des respektvollen, gleichberechtigten Miteinanders zurückfinden, zu Lebensformen, die statt vom Herrschaftsdenken vom Prinzip der Partnerschaft geprägt sind.“

dieses Buch verleiht “ einer Hoffnung Ausdruck, die viele von uns hegen- dass es einen anderen Weg geben könnte, Beziehungen und Institutionen zu gestalten, und zwar auf eine Weise, die dem Leben und den Bedürfnissen des Menschen dient“….Marshall B.Rosenberg

Llewellyn Vaughan-Lee: Die Matrix des Lebens:

„wenn wir dem Leben dienen wollen- und damit unserem geliebten, verletzten Planeten und der ganzen Schöpfung-bedarf es der Rückkehr des Weiblichen“.

Llewellyn Vaughan-Lee erläutert unsere Rolle in diesem Prozess, zeigt, wie wir das Männliche und das Weibliche in eine größere Harmonie bringen und die in Wahrheit nicht vorhandene Kluft zwischen Geist und Materie überbrücken können.“….

Beginnen wir also mit unserem eigenen Inneren

den Yin und Yang Zuständen in uns -so bleibt die Welt nicht unbewegt

Shiatsu -Tantra- Tanzen